Antibiotikaresistente Keime kein neues Problem
Der Deutsche Bauernverband (DBV) bewertet die Äußerung des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR), wonach die Belastung von Geflügelfleisch mit resistenten Keimen bereits seit 2009 kritisch verfolgt wird, als Beitrag zur Versachlichung der Debatte. Aus Sicht des DBV muss eine umfassende Risikobewertung aller möglichen Verbreitungswege sowohl in der Nutztierhaltung, in der Heimtierhaltung und in der Humanmedizin jetzt vorangetrieben werden.
Der Präsident des DBV, Gerd Sonnleitner, hat davor gewarnt, in der Diskussion um den Einsatz von Antibiotika bei Tieren die Landwirte einseitig zu verurteilen. „Wir müssen die Komplexität dieses Themas in ihrer Gesamtheit sehen“, sagte Sonnleitner vor Journalisten in München und Düsseldorf. Wichtige Probleme seien auch die Übertragung multiresistenter Keime von Mensch zu Mensch in Kliniken aber auch in privaten Haushalten, so Sonnleitner unter Berufung auf das Bundesinstitut für Risikobewertung. In der Landwirtschaft sei der Einsatz von Antibiotika trotz wachsender Tierbestände in den letzten Jahren gesenkt worden. „Tiere, die krank sind, müssen aber behandelt werden können“, sagte Sonnleitner. Das erfordere schon der Tierschutz. „Ich möchte ausdrücklich betonen, dass wir dieses Thema sehr ernst nehmen“, fasste Sonnleitner zusammen.
„Deshalb haben wir Bauern gemeinsam mit den in der Landwirtschaft tätigen Tierärzten und der Geflügelwirtschaft ein Monitoring des Antibiotikaeinsatzes beschlossen“, so Sonnleitner. „Damit wollen wir detailliert den Status Quo erheben, den Handlungsbedarf besser erkennen und gezielte Bekämpfungsmaßnahmen festlegen. Wir brauchen eine konsequente Minimierungsstrategie für den Einsatz von Antibiotika von allen Beteiligten.“
Quelle: www.bauernverband.de




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