Deutschland plant Meldepflicht für Schmallenberg-Virus

Nachdem in den letzten Monaten in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Schleswig-Holstein erstmals Infektionen mit dem sogenannten „Schmallenberg-Virus“ bei Schafen und Rindern aufgetreten sind, wird das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) eine Meldepflicht für diese Tierkrankheit einführen.

Über die dazu erforderliche Änderung der Verordnung über die meldepflichtigen Tierkrankheiten wird Ende März der Bundesrat entscheiden, danach kann die Meldepflicht in Kraft treten. Die Meldepflicht verpflichtet die Laboratorien, alle diagnostizierten Fälle zu melden. Dies ist erforderlich, damit sich die Veterinärbehörden einen umfassenden Überblick über das Krankheitsgeschehen verschaffen, die Ausbreitung beobachten und Bekämpfungsmaßnahmen ergreifen können. Schon jetzt haben die betroffenen Bundesländer die kommunalen Veterinärbehörden dazu aufgerufen, Verdachtsfälle auf freiwilliger Basis über das Tierseuchen-Nachrichten-System TSN zu melden.

Neben Deutschland sind bisher auch aus Belgien, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich Infektionen mit dem Schmallenberg-Virus bekannt geworden. Entsprechend hat sich das BMELV beim EU-Agrarrat in Brüssel dafür eingesetzt, eine Meldepflicht auch auf EU-Ebene einzuführen. Die Kommission hat eine entsprechende Prüfung zugesagt. Deutschland wird sich zusammen mit den Niederlanden darüber hinaus weiterhin dafür stark machen, dass Forschungsaktivitäten im Hinblick auf Diagnostik und Impfung auf europäischer Ebene gefördert werden.

Der Erreger dieser neuen Viruserkrankung wurde im Sommer letzten Jahres in den Niederlanden entdeckt und erstmalig im November 2012 vom Friedrich-Loeffler-Institut identifiziert. Das Schmallenberg-Virus kann Rinder, Schafe und Ziegen befallen. Erwachsene Tiere zeigen nur milde Symptome. Werden allerdings trächtige Tiere infiziert, so können zeitverzögert Störungen der Fruchtbarkeit, Frühgeburten und zum Teil erhebliche Schäden bei den Neugeborenen auftreten. So wurden in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Schleswig-Holstein in den letzten Wochen Lämmer mit zum Teil schweren Missbildungen geboren. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Krankheit ab Februar bei Kälbern auswirkt, wenn mit den ersten Abkalbungen nach der Infektion im letzten Sommer zu rechnen ist.

Quelle: www.agrar-presseportal.de

Foto: Landpixel

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